Bandscheibenvorfall - Symptome, Ursachen, Diagnose und Therapie!

Man möchte nur schnell den Einkauf in die Wohnung tragen, hebt die Getränkekiste an und schon ist es passiert: ein Bandscheibenvorfall (Discushernie). Nicht immer wird dieser sofort bemerkt. Manchmal verursacht diese Wirbelsäulenerkrankung zunächst keine Symptome. Ob sofort ein Schmerz auftritt, ist von dem Ausmaß und der Lage des Vorfalls abhängig. Rückenschmerzen, die in den Arm oder ins Beine ausstrahlen, können ein Hinweis sein. Schätzungsweise erleiden rund 3% aller Menschen in ihrem Leben einen Bandscheibenvorfall.
 
 

Bandscheibenvorfall - Was ist das?

Die Bandscheiben bestehen aus einem gallatartigen Kern und einer Hülle aus elastischen Knorpelfasern. Sie befinden sich zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule. Der Knorpelfaserring wird zerstört, demzufolge tritt ein Teil des zähflüssigen Kerns aus der Bandscheibe heraus. Die Bandscheibe verformt sich und kann auf das Rückenmark oder die umliegenden Nerven drücken.

 

Typische Symptome

Ob Symptome auftreten und wie stark diese sind, hängt unter anderem davon ab, ob der Bandscheibenvorfall auf die benachbarten Nerven drückt und an welcher Stelle er sitzt. Wenn keine Nerven eingeklemmt werden, kann der Vorfall symptomfrei verlaufen. Somit muss er auch nicht behandelt werden. Oft kündigt sich ein Bandscheibenvorfall jedoch an. Ein erstes Anzeichen sind bei Belastung auftretende oder stärker werdende Rückenschmerzen und eine verhärtete Muskulatur im betroffenen Bereich. Bei starken Schmerzen im Kreuz, die länger als eine Woche andauern und in Arm oder Bein ausstrahlen, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Es ist im Zweifelsfall besser, ein mal öfter zum Arzt zu gehen, als zu spät oder gar nicht.

Am häufigsten tritt ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) auf und verursacht Schmerzen im unteren Rücken
Ist ein benachbarter Nerv dabei beschädigt worden, treten zudem oft Sensibilitätsstörungen auf, die ins Bein oder bis in den Fuß ausstrahlen. Typisch ist auch ein Kribbeln an Rücken, Gesäß oder Bein, aufgrund der gestörten Reizweiterleitung. Selten führt ein Bandscheibenvorfall zwischen 2 Lendenwirbeln sogar zu Lähmungserscheinungen.
In der Halswirbelsäule (HWS) verursacht ein Bandscheibenvorfall Schmerzen und Sensibilitätsstörungen in der Schulter, im Arm und in den Fingern. Charakteristisch sind ebenfalls Nackenschmerzen, welche in den Hinterkopf ausstrahlen. In seltenen Fällen treten bei einem Bandscheibenvorfall Störungen beim Stuhlgang und beim Wasserlassen auf. Diese sind oft mit einem Taubheitsgefühl im Genital- und Analbereich, sowie auf der Innenseite der Oberschenkel verbunden. Die beschriebene Symptomatik ist auch als Reithosenanästhesie oder Cauda-Syndrom bekannt und gilt als Notfall. Der Arzt muss das vorgefallene Bandscheibengewebe in einer Operation entfernen, um die Nerven zu entlasten.

 

Ursachen und Vorsorge

Bandscheibe WirbelsäuleDie häufigste Ursache für einen Bandscheibenvorfall ist der jahrelange, altersbedingte Verschleiß der Bandscheiben. Nur in seltenen Fällen ist ein Bandscheibenvorfall durch eine Verletzung bedingt. Die Bandscheibe kann mit zunehmendem Alter weniger Wasser speichern und ist somit weniger elastisch. Das Risiko, dass der Faserring reißt und dadurch ein Bandscheibenvorfall entsteht, steigt. Daher sind junge Menschen seltener von einem Bandscheibenvorfall betroffen. Das Alter ist nur einer von vielen Risikofaktoren. Übergewicht, eine fehlerhafte Haltung, mangelnde Bewegung und schwere körperliche Arbeit begünstigen einen Bandscheibenvorfall ebenfalls. Die Rücken- und Bauchmuskulatur haben eine stabilisierende Funktion, sie stützen die Wirbelsäule. Wenn die Muskeln dieser Region nicht ausreichend trainiert sind, steigt die Belastung der Bandscheibe zusätzlich.

Um einem Bandscheibenvorfall vorzubeugen, heben Sie schwere Gewichte nur mit geradem Rücken. Beim Heben mit rundem Rücken lastet circa das 10-fache Gewicht auf den Bandscheiben. Bei einem Kasten Bier entspricht das in etwa 100 Kilogramm, die die Wirbelsäule belasten.

 

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose anhand einer Befragung und einer körperlichen Untersuchung. Bildgebende Verfahren sind bei einem Bandscheibenvorfall nur selten notwendig. Sie werden nur eingesetzt, wenn beispielsweise Lähmungserscheinungen auftreten, die Blasen- oder Darmfunktion gestört ist, oder die Schmerzen trotz Behandlung nicht nachlassen.
 
 

Therapie mit konventionellen Methoden

Ein Bandscheibenvorfall kann starke Schmerzen verursachen. Oft lassen die Beschwerden nach einigen Wochen von selbst nach. Dennoch ist bei einem Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall ein Arztbesuch unumgänglich, um Sensibilitätsstörungen auszuschließen und gegebenenfalls schlimmeren Folgen vorzubeugen. Zunächst erfolgt bei einem Bandscheibenvorfall eine konservative Behandlung. Ziel ist es, damit die Schmerzen zu lindern. Im akuten Stadium wird die Wirbelsäule durch 1 bis 2 Tage Bettruhe geschont. Dazu werden gegebenenfalls Schmerzmittel und Muskelrelaxanzien verabreicht. Ebenfalls empfehlenswert sind Wärme und eine Stufenlagerung der Beine. Um die Wirbelsäule zu entlasten, werden dabei die Unterschenkel im rechten Winkel zu den Oberschenkeln gelagert. Ebenfalls hilfreich sind isometrische Übungen der Nacken- und Rückenmuskeln. Diese bestehen aus einem Krafttraining, ohne Bewegung. Eine bekannte und sehr effektive Übung ist beispielsweise der Unterarmstütz. Abhängig vom Schweregrad, beginnen die Betroffen 1 bis 2 Wochen später mit einer Bewegungstherapie. Ziel ist es, die stützende Bauch- und Rückenmuskulatur durch physiotherapeutische Übungen zu stärken und Haltungsfehler zu korrigieren.
 
 

Wann ist eine OP notwendig?

Nach einem Bandscheibenvorfall ist in einigen Fällen eine operative Behandlung notwendig. Dabei wir das betroffene Bandscheibengewebe entfernt, um eingeengte Nerven zu entlasten. Wenn die umliegenden Nerven von dem vorgefallenen Bandscheibengewebe so stark belastet werden, dass die Blase oder der Darm nicht mehr funktionieren oder bestimmte Muskelgruppen stark geschwächt sind, handelt es sich um einen Notfall. Eine Operation ist unumgänglich. Dies passiert allerdings nur selten. Häufiger wird eine Operation durchgeführt, weil sich starke Schmerzen über einen längeren Zeitraum mit anderen Behandlungsmethoden nicht ausreichend lindern lassen. Die Entscheidung, ob eine Operation sinnvoll ist oder nicht, ist oft schwierig. Nutzen und Risiken eines operativen Eingriffs werden im Vorfeld gründlich mit dem behandelnden Arzt besprochen. Eine erfolgreiche Operation kann die Schmerzen langfristig lindern oder sogar beseitigen.

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