Ischias: So behandelst du erfolgreich deine Ischiasschmerzen! (2018 Update)

Eine falsche Bewegung und plötzlich sind sie da: heftige Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich, die sich bis tief ins Bein ziehen. Meist ist hier jedoch nicht eine Bandscheibe Verursacher der starken Schmerzen, sondern der Ischias. Dieser Nerv zieht sich vom unteren Rücken bis ins Bein und kann bei Reizung eine Symptomatik, ähnlich eines Bandscheibenvorfalls herbeiführen.
Der Schmerz, der durch den Ischiasnerv - im medizinischen Nervus ischiadiucs - ausgelöst wird, weißt eine starke Symptomatik auf. Der Ischiasnerv selbst sitzt zwischen dem 4. Lendenwirbel und dem 2. Kreuzbeinwirbel. Wird er gereizt oder entzündet er sich, strahlt der im unteren Rücken beginnende Schmerz bis tief ins Bein aus und kann zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.

 

Ursachen

Die Ursachen deiner Ischialgie, wie der Nervenschmerz im Fachbereich genannt wird, sind vielzählig. Die häufigsten hierbei sind muskuläre Verspannungen, Wirbelsäulenblockaden, Bandscheibenvorfälle oder Vorwölbung der Bandscheibe. Neben diesen Ursachen können aber auch Tumore und Infektionen die Schmerzen durch Ischias auslösen. Die häufigste Ursache ist und bleibt die degenerative Veränderung der Lenden- und Kreuzbeinwirbel. Diese können sich unter hohem Druck vorwölben oder vorfallen. Dadurch wird der Ischiasnerv ein- oder abgeklemmt und verursacht das typische Schmerzmuster.

 

Schmerzsymptomatik bei Ischias

Ischiasschmerzen an der LWSDas typische Schmerzmuster, welches durch den Ischias auslöst wird, sind Schmerzen im unteren Rücken, die in Gesäß und Bein ausstrahlen. Der Schmerz selbst wird dabei gleich eines elektrischen Schlags empfunden. Einige Patienten empfinden den Schmerzreiz auch ähnlich eines Ameisenrennens auf und unter der Haut. Diese Schmerzen sind typisch für Nervenschmerzen. Das Reißen und Ziehen dabei wird als heftig bis unerträglich empfunden. Besonders intensiv wird die Ischialgie, wenn die Verklemmung auf Höhe des 4. Lendenwirbels sitzt. Dann strahlt der Schmerz vom Ischias über den gesamten unteren Rücken, am äußeren Gesäß entlang, den hinteren Oberschenkel hinab bis tief in die Wade. In einigen Fällen tritt der Ischias mit einem Hexenschuss (Lumbago) zusammen auf. In diesem Fall werden die Schmerzen nahezu unerträglich. Starke Einschränkung in der Beweglichkeit sind die Folge.

Neben den Schmerzen kann es zu Gefühlsstörungen, wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den unteren Extremitäten bis hinzu Lähmungserscheinungen kommen. Bei schweren Verläufen kann Blasen- und Stuhlinkontinenz hinzukommen.

 

Diagnostische Maßnahmen bei Ischialgie

Um die Ischialgie zu ermitteln, wird der Arzt zuerst nach dem Schmerzmuster fragen. Dieses ist wie bereits erwähnt ein starker unterer Rückenschmerz, der ins Bein strahlt. Zudem wird eine Anamnese erhoben, um die Ursache für Ischias zu ermitteln. Starkes Bücken, ruckartig ungewohnte Bewegungen, aber auch häufiges langes Sitzen können zur Problematik führen. Weiterhin sind Fragen zu früheren Rückenproblemen, rückliegenden Bandscheibenproblemen und ob Inkontinenz vorliegt erste Vorgehensweisen. Da Ischiasbeschwerden jedoch zumeist eine zusätzliche Ursache an der Wirbelsäule zulassen, werden neben den typischen Fragen häufig weitere diagnostische Mittel herangezogen.

Bildgebende Maßnahmen wie Röntgen, Kernspin- und Computertomografie und Ultraschall helfen dabei, die Lokalisation des Schmerzes zu ermitteln. Da der Ischias zudem entzündet sein kann, kann durch Bluttest weiteres ermittelt werden. Neurologische Untersuchungen wie Liquorpunktion, bei er Rückenmarks- und Hirnflüssigkeit entnommen wird, bieten sich ebenfalls als Diagnose-Mittel an.

 

Ischiasschmerzen: Gibt es Behandlungsmöglichkeiten?

1. Konservative Schmerztherapie

Bis zur endgültigen Feststellung der Ursache des Ischias, wird in der Regel mit Schmerztherapie begonnen. Bei akuten Beschwerden können hierzu opioidfreie Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen herangezogen werden. Helfen diese nicht ausreichend, sind NSAR die nächste Möglichkeit zur SchmerzbehandlungNSAR sind nicht-steroidale Antirheumatika, die rasch für Linderung sorgen. Diese dürfen aber nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Die Absprache mit dem behandelnden Arzt ist dringend erforderlich.

Neben den oralen Schmerzmitteln besteht die Möglichkeit mittels Spritzen dem schmerzenden Ischias zu Leibe zu rücken. Relaxantien und Mittel mit betäubender Wirkung können schnelle Erfolge im Akutfall geben. In besonders schweren Fällen können Kortikostreoide gespritzt ebenfalls für Milderung sorgen. Die Behandlung des Ischias mit diesem Verfahren stellt allerdings Aufwand dar. Denn die Spritze muss genau Epidualraum des Rückenmarks injiziert werden. Dies kann nur durch ein bildgebendes Verfahren wie ein CT erfolgen. Daher neigen viele Ärzte dazu, Kortikoide in oraler Form zu verabreichen. Diese lindern die Ischiasschmerzen jedoch kaum bis gar nicht und verursachen erhebliche Nebenwirkungen wie starke Gewichtszunahme, Schlafstörungen und Nervosität.

 

2. Rückenschule

Eine Maßnahme die nach der Akutphase dafür sorgt, dass erneute Ischiasschmerzen erst gar nicht auftreten, ist der Besuch einer Rückenschule. Dort werden durch diverse Übungen die Rückenmuskeln trainiert und gestärkt und schonende Bewegungsabläufe für den Alltag antrainiert.

 

3. Operative Behandlung

Der operative Eingriff ist aufgrund bestehender Risiken immer der letzte Schritt für die Behandlung des Ischias. Operativ wird in der Regel nur agiert, wenn bereits mehrere Bandscheibenvorfälle aufgetreten sind oder starke motorische Störungen auftreten. Weiterer Indikator für eine Operation am Ischias ist dann gegeben wenn dauerhafte Lähmungen an Gesäß, Schenkeln und Intimbereich bestehen und diese mit Inkontinenz von Blase und After einhergehen.           

 

Verlauf und Prognose

Der Ischias kann innerhalb weniger Tage bis Wochen selbst heilen. Man spricht dann von einer sogenannten Spontanheilung. Wird anschließend mit entsprechenden Therapien wie Rückengymnastik begonnen, um die Muskeln zu stärken und die Wirbelsäule zu entlassen steht die Prognose sehr gut. Vor allem junge Patienten unter 35 Jahren, Patienten mit kurzer Verweilspane zwischen Auftritt und Operation und bei großen Bandscheibenvorfällen ohne neurologische Ausfälle weisen eine sehr gute Heilungschance auf.

Wie kann man dem Ischias bzw. der Ischialgie am besten vorbeugend entgegenwirken?
Möchte man den Ischiasschmerzen vorbeugen, muss man sich nur die Ursachen ansehen. Schwache Rückenmuskeln, Bewegungsmangel und falsche Bewegungsabläufe sind Hauptursachen Nummer 1. Hinzu kommt starkes Übergewicht. So sollte eine gesunde Lebensweise im Vordergrund stehen. Ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung leisten bei Ischias einen deutlichen Beitrag um lange fit und gesund und schmerzfrei zu bleiben. Bei sitzender Tätigkeit am Arbeitsplatz empfehlen sich ergonomisch angepasste Sitzmöbel und kleine Pausen, in der der Rücken durch leichte Bewegungen gedehnt und gestärkt wird. Rückenschulen bieten auf diesem Gebiet zahlreiche kleine und in den Alltag optimal integrierbare Übungen an. Auch beim Heben schwerer Dinge sollte darauf geachtet werden, nie aus dem Rücken sondern aus den Knien heraus zu heben.


Eine besondere Problematik: Ischias in der Schwangerschaft

Frau macht wegen Ischias in der Schwangerschaft YogaBeschwerden des Ischias in der Schwangerschaft sind kein seltenes Problem. Durch das größer werdende Gewicht des Bauches wird der Körperschwerpunkt nach weiter vorn verlagert, was zu Fehlhaltungen führt.
Wirklich an Ischias leiden jedoch nur etwa 1% der Schwangeren. Die Symptomatik wird durch mehrere schwangerschaftsbedingte Ursachen ausgelöst, die durch ihre zeitlich begrenzte Wirkung jedoch keine dauerhaften Schäden hinterlassen. So sorgen hormonelle Veränderungen dafür, dass sich die Bänder des Rückens lockern. Die untere Rückenregion verliert an Stabilität. Daraus resultiert hin und wieder eine leichte Knochenverschiebung, die auf den Nerv drücken kann. Beim Liegen kann der Druck durch das Gewicht des Kindes die Hohlvene stauen. Dieser Rückstau venösen Blutes kann ebenfalls auf den Ischias drücken und diesen reizen.

Zum Ende der Schwangerschaft ist auch häufig der Auslöser die Gebärmutter, die gegen den Ischiasnerv drückt. Auch wenn Ärzte in der Regel mit einer Schmerztherapie durch Schmerzmittel ansetzen, ist dies im Fall der Schwangerschaft ein heikles Thema. Auf Schmerzmittel sollte zum Wohle des Kindes weitestgehend verzichtet werden. Geeignet zur Therapie ist dagegen eine Physiotherapie. Der Ischias kann hierbei durch Massagen und Wärme gelindert werden. Zusätzlich wird der Therapeut Übungen ansetzen, die den Rücken in diesem Bereich kräftigen um so die Ischiasbeschwerden zu lindern. Alternativ kann auch Akupunktur die Ischiasschmerzen lösen und heilen.

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